Unsere heutige vielzitierte „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ ist nicht vom Himmel gefallen, sondern das Ergebnis einer jahrhundertelangen Entwicklung auf verschiedenen Handlungsebenen, zu der auch Weinstadt selbst mit seinen Teilorten beigetragen hat. Der Referent, Stadtarchivar und Museumsleiter Dr. Bernd Breyvogel, will diese spezifisch Weinstädter Aspekte der Demokratiegeschichte in seinem Vortrag beleuchten.
An erster Stelle ist da natürlich Beutelsbach mit seiner herausragenden Rolle beim Aufstand des Armen Konrad 1514 zu nennen, ein Aufstand, der in vielerlei Hinsicht am Beginn einer Massenbewegung steht, die zwar keine Demokratie im heutigen Sinne, aber ein Ende herrschaftlicher Willkür und mehr Teilhabe forderte. Der Bauernkrieg nur elf Jahre später brachte das erste politische Manifest des Volkes hervor, das sich auch die Bauern der Weinstädter Teilorte zu eigen machten – der Ruf nach Freiheit war in der Welt!
1789, im Jahr der Französischen Revolution, kam in Schnait Friedrich Silcher zur Welt – der berühmte „Komponist und Demokrat“. Dass diese beiden Rollen Silchers zusammenhängen, wird ebenso Thema des Vortrags sein wie die Beziehung zwischen Bildungs- und Demokratiegeschichte, für die gerade Beutelsbach einige spannende Kapitel vorzuweisen hat.
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